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Dankbarkeit, Tinder-Therapie und Entführungen auf dem Souk

In diesem persönlichen Essay beschreibe ich eine Momentaufnahme meines Lebens in Tunesien – geprägt von Dankbarkeit, menschlicher Nähe und unerwarteter Unterstützung im Alltag. Der Text ist kein Bericht über Dating oder Sicherheit, sondern eine Reflexion über Verbundenheit, Vertrauen und das Gefühl, trotz Distanz getragen zu sein.

Das unsichtbare Netz

Ich hab mich noch nie so verbunden gefühlt, obwohl ich so weit weg bin.

Steven, Nadia, Janina, Dave, Maia– ich „vermisse” euch nicht im traurigen Sinne, denn ihr seid schon hier. Eure Freude, wenn ich auf euren Handys auftauche, gibt mir Kraft für den Tag. Ihr lebt in meiner Brust wie zusätzliche Lungen.

Meine Schweizer Familie – wir sind uns in dem Moment näher gekommen, als ich mich für die Distanz entschieden habe. Ich liebe euch alle. Bitte: keine Immobilienkrisen mehr.


Riadh, an meine Haustür geliefert

Ohne ihn hätte ich diese Woche nicht überstanden. Er ist Lunas auserwählte Gottheit und mein stiller, zuverlässiger Begleiter. Er hört zu, trägt, übersetzt Kultur und bietet Begleitung ohne Kommentare.

Bonuslevel: seine Mutter. Mit Mama durch den Souk von Sousse schlendern; sich in einem Salon mit dem Charme einer Waschsalon aus den 80ern die Haare schneiden lassen; erkennen, dass Familie manchmal nur geliehen ist – und dass das schön ist.


Ramailo: Tiefe Heilung über Tinder

Zufälliges Match, vertraute Seele. In meiner dunkelsten Nacht hier, mit geschwollenen Augen und schlaflos, streckte ich eine virtuelle Hand aus – er ergriff sie. Unsere Gespräche nähren mich so sehr, dass ich tagelang satt bin. Wenn er nicht wieder anklopft, werde ich es tun.


Jawhar: Der nervige Engel des „Sag einfach nein”

Er treibt mich an den Rand – mit der Wahrheit. Nein spart Zeit. Aber wenn ich immer nein sagen würde, würde ich es verpassen, auf dem Souk mit süssen Worten umgarnt und drei Gassen weiter höflich in einen Keramikladen „entführt” zu werden. Das Schweizer „Jein” (bedeutet: ja, nein und vielleicht) steckt in meiner DNA. Manchmal ist Unentschlossenheit die Türklingel zum Abenteuer.

Mantra (Teil 2): Das Leben ist gerade Heavy Metal – zu laut, um sicher zu sein, zu gut, um langweilig zu sein.


Dankeschön-Liste (für mein zukünftiges Ich)


Was bleibt


Was geht

P.S. Mir geht es gut. Ich bin müde. Ich bin stolz. Tunesien ist mein Chaos-Klassenzimmer und meine Lieblingspointe.


Als Nächstes (Teaser für Woche 3):

Haar-Abenteuer (Botox/Keratin/Glossing entschlüsselt), die Suche nach Bürostühlen und die Route des Terroristen, äh, Tourorristen – Hard Mode., the quest for office chairs, and Route des Terrorists, uwh, Tourorrists—Hard Mode.

  • Der Text ist eine persönliche Momentaufnahme aus meinem Leben in Tunesien.
  • Im Mittelpunkt stehen Dankbarkeit, Verbundenheit und menschliche Unterstützung.
  • Erwähnte Situationen sind bewusst überspitzt und nicht wörtlich zu verstehen.
  • Der Beitrag ist kein Bericht über Sicherheit, Dating oder Therapie.
  • Er beschreibt das emotionale Ankommen in einer neuen Umgebung.
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