In diesem sehr persönlichen Erfahrungsbericht erzähle ich von einer absurden, ehrlichen und nicht-romantischen Begegnung an Heiligabend in Tunesien. Der Text reflektiert Dating in Tunesien aus weiblicher Perspektive – zwischen kulturellen Missverständnissen, sexueller Ehrlichkeit, Selbstbestimmung und dem bewussten Verzicht auf Illusionen. Kein Ratgeber. Keine Verführung. Kein Opfer-Narrativ.
oder: Wie ich an Weihnachten zur unfreiwilligen Sex-Therapeutin wurde
Ich bin an Heiligabend mit klarer Haltung in Amines Wohnung gegangen.
Und mit klarer Haltung wieder raus.
Dazwischen lag… nennen wir es gemeinschaftliches Masturbieren mit Publikum.
Willkommen in Tunesien.
Willkommen im Jahr 2025.
Willkommen in meinem Liebesleben.
Porno-Sex ohne Porno-Budget
Man stelle sich Folgendes vor:
Ein erwachsener Mann, knapp vierzig, zieht sich wortlos aus, setzt sich hin – und beginnt, sich selbst zu befriedigen.
Passiv. Erwartungsvoll.
Mit diesem Blick, der sagt: „So. Bühne frei. Mach mal.“
Kein Küssen.
Keine Berührung.
Kein Interesse am Gegenüber.
Nur ich, er, ein Teppich – und die stille Hoffnung, dass ich die Sache schon irgendwie in die Hand nehme.
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich sass da, innerlich zwischen zwei Gedanken:
- Wie tragisch ist das eigentlich?
- Und wieso lache ich gerade fast laut?
Dating in Tunesien – kulturelle Missverständnisse und Erwartungshaltungen
Schweizer Schneeball trifft tunesische Sonne
Noch am Morgen war ich wild entschlossen.
Tarot, Klarheit, Haltung, Würde.
Und dann: zack – schmelze ich dahin wie ein Schweizer Schneeball in der tunesischen Wintersonne.
Nicht aus Verliebtheit.
Nicht aus Hoffnung.
Sondern aus einer Mischung aus Neugier, Pragmatismus und diesem absurden Moment, in dem man sich denkt:
„Wtf. Wie bin ich hier gelandet?“
Ich habe tatsächlich gelacht.
Mehr als einmal.
Über ihn – weil er so herrlich unbeholfen ist in seinem Verständnis von Verführung.
Und über mich – weil ich plötzlich genau das tue, was ich mir geschworen hatte nicht zu tun.
Sex wie Masturbieren – nur anstrengender
War es schlimm?
Nein.
War es gut?
Auch nein.
Es war… funktional.
Wie Masturbieren.
Nur mit einem Menschen, der ebenfalls befriedigt werden wollte.
Ein Vibrator mit Erwartungen, sozusagen.
Kein Herz.
Keine Seele.
Keine Verbindung.
Aber auch kein Leiden.
Keine Selbstzweifel.
Keine Illusionen.
Und das ist neu.
Sex, Selbstbestimmung und Ehrlichkeit
Ich bin kein Opfer – ich bin nur ehrlich
Ich weiss, was jetzt manche denken:
„Warum lässt du das mit dir machen?“
Die ehrlichere Frage wäre:
Warum sollte ich mir vorschreiben lassen, was Sex sein darf?
Ich bin ein sexuelles Wesen.
Wir haben das Jahr 2025.
Warum also kein Sex just for fun, solange alle Beteiligten wissen, woran sie sind?
Ich weiss:
- Amine kann keine Intimität.
- Er weiss nicht, wie man eine Frau küsst.
- Er hält Passivität für Erotik.
Ich weiss aber auch:
- Ich verliere mich nicht darin.
- Ich hoffe auf nichts.
- Ich verwechsel das hier nicht mit Liebe.
Mein Mann ist da draussen. Amine ist es nicht.
Und das ist vielleicht der wichtigste Punkt.
Irgendwo da draussen wartet mein Seelenmensch auf mich.
Der Mann, mit dem Energie fliesst.
Mit dem Nähe nicht peinlich, sondern selbstverständlich ist.
Mit dem Küssen keine Mutprobe ist.
Bis dahin?
Lehne ich mich im tunesischen Winter halt ein wenig an jemanden an, der nur so viel kann, wie er eben kann.
Nicht mehr.
Aber auch nicht weniger.
Fazit: Frohe Weihnachten. Wirklich.
Heiligabend auf dem Teppich war nicht romantisch.
Aber er war ehrlich.
Und absurd komisch.
Ich habe gelacht.
Über ihn.
Über mich.
Über die Situation.
Und ganz ehrlich:
Das fühlt sich gerade gesünder an als jede falsche Liebesgeschichte.
🎄✨
Frohe Weihnachten.
Auch – und gerade – von mir.
- Der Text beschreibt eine persönliche Erfahrung beim Dating in Tunesien.
- Im Mittelpunkt stehen Ehrlichkeit, Selbstbestimmung und kulturelle Unterschiede.
- Es geht nicht um Sexualberatung oder Beziehungstipps.
- Der Beitrag verweigert Opfer- und Romantisierungsnarrative.
- Der Text ist bewusst subjektiv und nicht verallgemeinernd.

