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Leben in der Schweiz – How To Switzerland (Teil 1/2)

Wenn du als Schweizerin in Tunesien lebst, gibt es eine Frage, die du garantiert öfter hörst:

In diesem persönlichen Erfahrungsbericht beschreibe ich, wie sich das Leben in der Schweiz aus Sicht einer Auswanderin anfühlt – zwischen gesellschaftlichen Regeln, sozialer Kontrolle und permanenten Erwartungen an korrektes Verhalten. Anhand von Alltagsbeispielen wie Rauchen, Nachtruhe, Hundehaltung und Abfall zeige ich, warum ich mich in der Schweiz zunehmend eingeengt gefühlt habe.

„Warum bist du aus der reichen, perfekten Schweiz nach Tunesien gekommen?“

Für Tunesier ist das eine völlig absurde Vorstellung.
Ein europäisches Land freiwillig verlassen?
Ein Land mit Sicherheit, Sauberkeit, Gesundheitssystem, Geld und Ordnung?
Wieso um Himmels willen zieht man von dort nach hier?

Vor allem dann, wenn jemand noch nie in Europa war – geschweige denn in der Schweiz – kann er sich nicht einmal im Entferntesten vorstellen, dass „perfekt“ manchmal bedeutet: perfekt erstickt.

Also habe ich beschlossen, meine Antwort einmal gründlich aufzuschreiben.
Denn die Gründe lassen sich nicht in drei Sätzen erklären.

Die Schweiz ist schön, ja.
Aber sie ist auch ein Land voller unausgesprochener Regeln, gesellschaftlicher Tabus und stiller Erwartungen, die vor allem für Menschen mit südländischem Sozialverständnis wie ein Kulturschock wirken.

Und genau deswegen kommt jetzt meine Liste der Dinge, die in der Schweiz offiziell oder inoffiziell verboten sind –
also die ausführliche Erklärung dafür,
warum ich mein Leben lieber in Tunesien führe
– und warum ich nicht freiwillig in einer perfekt geputzten Glasvitrine wohne.


Leben in der Schweiz – meine persönlichen Beobachtungen

Dinge, die in der Schweiz offiziell oder inoffiziell verboten sind

(…oder einfach gesellschaftlich so verpönt, dass du als Ausländer pulverisiert wirst, bevor du «Hoi» sagen kannst.)


1) Rauchen – der Schweizer Endgegner

In der Schweiz ist Rauchen eine Art Hochrisikosportart.
Überall formal verboten und überall informell noch viel verbotener.


2) Nachtruhe – das heilige Gebot

22:00–07:00 ist in der Schweiz nicht einfach Nachtruhe – es ist sakrale Stille.

Während dieser Zeit darfst du:

Alles darüber?

→ Zettel an der Tür.
→ Beschwerde bei der Hausverwaltung.
→ Polizei, wenn Musik im Spiel ist.


3) Hunde – bitte wie leise Deko behandeln

Die Schweizer lieben Hunde – solange sie nicht bellen, rennen, lebendig wirken oder Emotionen zeigen.

Freilauf nur, wenn er:

Alles andere?
→ Leine.
→ Oder Nachbarschafts-Scheiterhaufen.


4) Abfall – die helvetische Königsdisziplin

Das Abfallregime hat eigene Regeln, eigene Philosophie und vielleicht sogar eine eigene Religion.

Müll entsorgt man so:

Abfuhr verpasst?
Komm bloss nicht auf die Idee, den stinkenden Sack auf den Balkon, ins Treppenhaus oder in den Keller zu stellen.
Bewahre ihn eine Woche lang in deiner Wohnung auf.
Das stinkt dir so richtig? Bravo. Das ist die Strafe dafür, dass du den Abfuhrtag wieder verpennt hast.

Zigarettenstummel gehören ins Portemonnaie, in die Socke oder sonst wohin – einfach NICHT auf den Boden.
Öffentliche Abfalleimer sind nur für absolute Notfälle.
Ein Stück Sandwichpapier unter 20 Gramm geht.
Alles andere ist Vandalismus.

Plastiksäckli? Gibt’s. Natürlich gegen Bezahlung.
Und moralisch bist du damit sowieso ein Umwelt-Verschmutz-Fink.
Wer Anstand hat, bringt seinen eigenen mehrfach verwendbaren Jutesack mit.


Weiter geht’s mit Verbot 5, 6, 7 und meinem Fazit im Beitrag How To Switzerland – Teil 2 von 2

  • Der Text beschreibt meine persönlichen Erfahrungen mit gesellschaftlichen Regeln in der Schweiz.
  • Im Mittelpunkt stehen soziale Kontrolle, Erwartungsdruck und Angst vor Abweichung.
  • Die Beispiele (Rauchen, Nachtruhe, Hunde, Abfall) stehen stellvertretend für ein stark reguliertes Alltagsleben.
  • Der Beitrag ist bewusst subjektiv und satirisch.
  • Er erklärt, warum ich mich im Leben in Tunesien freier fühle als in der Schweiz.
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