Dating in Tunesien – Theorie 1: Der Meistermanipulator

In diesem persönlichen und humorvollen Beitrag reflektiere ich meine Erfahrungen mit Dating in Tunesien – genauer gesagt die Theorien, die Freunde entwickeln, sobald Gefühle ins Spiel kommen. Am Beispiel der „Meistermanipulator-Theorie“ geht es um Projektionen, Wahrscheinlichkeiten und den liebevollen Irrsinn gut gemeinter Warnungen. Kein Beziehungsratgeber, keine Psychologie-Analyse.

Theorie 1: Der Meistermanipulator (Wenn meine Freunde mein Liebesleben in eine Pilotfolge einer Krimiserie verwandeln)

Es läuft immer gleich ab: Sobald ich erwähne, dass es jemanden Neues in meinem Leben gibt, starten meine besten Freunde das, was ich die „Entfremdungs-Intelligenz-Einheit” nenne. Sie kennen Amine nicht. Sie wissen nur, was ich ihnen erzähle. Und irgendwie reicht ihnen das, um Theorien zu entwickeln, die irgendwo zwischen Netflix-Krimis, Amateurpsychologie und Hitchhiker-artiger Absurdität liegen, die von purer Unwahrscheinlichkeit angetrieben wird.

Eines ihrer Lieblingsszenarien geht so:

„Was, wenn er ein Meistermanipulator ist? Was, wenn er jetzt Vertrauen aufbaut, nur um später mit einer tragischen Geschichte über eine kranke Mutter oder dringende Geldprobleme zu kommen? Zia leiht ihm eine grosse Summe, das Geld ist weg, Abspann.“

Ehrlich gesagt, könnten meine Freunde locker fürs Fernsehen schreiben.

Dating in Tunesien – wenn Freunde zu Ermittlern werden

Hier ist meine persönliche, mathematisch fundierte Einschätzung:

Wahrscheinlichkeit, dass diese Theorie stimmt: ungefähr 1 bis 3 Prozent.

Für alle, die sich mit Prozenten schwer tun, hier ein paar Vergleiche aus dem echten Leben:

  • Die Wahrscheinlichkeit, in der Schweiz in öffentlichen Verkehrsmitteln einen 100-Franken-Schein zu finden, liegt bei etwa 2 Prozent.
  • Die Chance, dass eine zufällige Strassenkatze in Tunesien dich als ihren neuen Menschen adoptiert, liegt locker bei 40 Prozent oder mehr.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass heisses Öl genau an derselben Stelle auf deine Hand spritzt wie letzte Woche, liegt vielleicht bei 5 Prozent.
  • Von einem Blitz getroffen zu werden, liegt weit unter 1 Prozent, ist aber dennoch spirituell relevant für den Vergleich.

Und mein persönlicher Favorit: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Unendliche Unwahrscheinlichkeitsantrieb aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ versagt und dich vorübergehend in eine Topfpflanze verwandelt, erscheint mir realistischer als ein perfekt orchestrierter Amine-Heist.

Also ja: Die Master-Manipulator-Theorie ist unterhaltsam. Sie gibt meinen Freunden die lustige Illusion, beim Kaffee Sherlock Holmes zu sein. Aber realistisch? Nicht wirklich.

Damit diese Theorie stimmt, müsste Amine so fortgeschrittene Fähigkeiten im Bereich der Emotionssteuerung haben, dass ich mich fast verpflichtet fühlen würde, zu applaudieren. Und selbst dann bin ich nicht dumm: Ich leihe niemals Geld in Beträgen, die mir tatsächlich schaden könnten. Im schlimmsten Fall wäre es leicht ärgerlich.

  • Der Text beschreibt persönliche Dating-Erfahrungen in Tunesien.
  • Im Mittelpunkt stehen Projektionen und Fantasien aus dem Freundeskreis.
  • Die „Meistermanipulator-Theorie“ ist bewusst überspitzt und humorvoll.
  • Es geht nicht um Warnungen oder psychologische Diagnosen.
  • Der Beitrag ist Teil einer lockeren Theorie-Serie.
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Zia M.

Schweizerin im Exil, Tunesien-Version. Ich lebe in Chatt Meriem, sammle Geschichten, teste Apartments, schreibe darüber und versuche, den Alltag hier mit einer Mischung aus Neugier, Sarkasmus und gesundem Chaos zu meistern. Ich baue Webseiten, lerne Tunesisch-Arabisch, zügle meine Terrier-Queen Luna und erkläre Auswanderern, wie man in Tunesien überlebt, ohne dabei komplett auszurasten. How to Tunisia? Ich mache die Fehler. Du liest die Anleitung.

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